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Wie bewerbe ich mich am Telefon?

Vorbereitung des Telefonats

Recherche

Zunächst sucht man im Internet, in Branchenverzeichnissen etc. alle infrage kommenden Stellenangebote und Firmen mit Adresse, Telefonnummer und möglichst schon dem Ansprechpartner heraus – selbst Unternehmen, von denen man nicht weiß, ob sie jemanden mit Ihrer Qualifikation einstellen. Sammeln Sie lieber zu viel als zu wenig. Die Adressen notiert man auf Zetteln oder Karteikarten. Auf der Rückseite ist Platz für Notizen, wie den Namen des Ansprechpartners, mit dem Ansprechpartner getroffene Vereinbarungen etc.

Im zweiten Schritt bereitet man sich auf das übliche Frage-und-Antwort-Spiel vor. Hierzu sollte man weitere Zettel oder Karteikarten anfertigen, auf denen jeweils eine mögliche Frage des Personalers und darunter eine vorformulierte Antwort oder besser Stichwörter stehen. Diese Notizen sollte man vor sich liegen haben, um jederzeit darauf zurückgreifen zu können. Stellt der Personaler tatsächlich eine der vorbereiteten Fragen und Sie haben die Antwort nicht parat, können Sie die Antwort "ablesen". So hat man auf die am häufigsten gestellten Fragen durchdachte Antworten parat, was für mehr Ruhe und Gelassenheit sorgt.

Übrigens ist es in der Regel ein gutes Zeichen, wenn der Gesprächspartner Fragen stellt: Denn warum sollte er Zeit vergeuden, wenn so gar kein Bedarf besteht? Welche Fragen einen erwarten und welche man stellen kann bzw. sollte, erfahren Sie hier.

Regeln, die man befolgen sollte

Ein Anruf bei einem Unternehmen entspricht letztlich einer Vorabbewerbung. Daher sollte man folgende Regeln beherzigen: Manche dieser Punkte sollten wir genauer beleuchten:

Der optimale Zeitpunkt
Ein Vorteil der Bewerbung via Telefon liegt darin, den Zeitpunkt der Kontaktaufnahme selbst wählen zu können, nämlich eine Zeit, zu der man ausgeruht und "voll da" ist. So verschafft man sich die bestmöglichen Ausgangsbedingungen. Aber Achtung: Bei Firmen sind Montagvormittag (man sucht leicht entnervt seinen Arbeitsrhythmus) und Freitagnachmittag (man weilt gedanklich schon im Wochenende und ist zusätzlicher Arbeit wenig geneigt) in der Regel ungünstige Zeiten. Außerdem sollte man sich Anrufe zwischen 10 und 14 Uhr verkneifen, da in dieser Zeit die meiste Arbeit anfällt oder das Gegenüber in der Pause sein dürfte.

Freundlich-verbindlich
Telefonprofis lächeln, weil ihre Stimme dann sympathischer klingt. Verbindlichkeit vermittelt man, indem man bei längeren Ausführungen des Gegenübers kurze Rückmeldungen gibt (Zeichen aufmerksamen Zuhörens). Verbindlichkeit ist aber nicht mit Vertraulichkeit gleichzusetzen – bei einem nahezu Unbekannten wirken private Bemerkungen schnell unangebracht.

Test-Telefonate
Anfänger sollten übrigens Bewerbungstelefonate mit Freunden simulieren oder erst bei Firmen anrufen, bei denen sie gar nicht anfangen wollen. Denn die ersten Gespräche sind die schwersten und werden selbst mit Vorbereitung holprig verlaufen. So vermasselt man zwar vielleicht ein Gespräch – aber man schadet sich dabei nicht. Außerdem lernt man so aus seinen Fehlern. Schließlich will man ja beim Wunscharbeitgeber gut ankommen. Und der erste Eindruck ist kaum oder nicht revidierbar, so dass er Türen auch verschließen kann.

Besonders groß ist der Lerneffekt, wenn man solche Gespräche mitschneidet. Dann kann man sich später den Gesprächsverlauf nochmals anhören, wobei man sicherlich noch verbesserungswürdige Feinheiten entdeckt. Zudem verrät der Mitschnitt neben dem Klang Ihrer Stimme am Telefon (für viele ein echtes Aha-Erlebnis!), ob Sie nuscheln, zu leise reden, Füllwörter verwenden etc. Einmal erkannt, besteht hier großes Verbesserungspotential.

Werbespot zum "Produkt Ich"

Besonders wichtig bei der Telefonbewerbung ist, dass man schnell "auf den Punkt kommt": Man legt ein Kommunikationsziel und Botschaften für den potentiellen Arbeitgeber fest. Diese unterfüttert man mit glaubwürdigen Argumenten, denn wer keine Argumente dafür findet, dass man ihn einstellen sollte, hat verloren. Am besten formuliert man einen Werbespot zum "Produkt Ich", der den Gesprächspartner neugierig macht und ihn von Ihren Erfahrungen, Erfolgen und Fähigkeiten überzeugt.

Ihre Selbstdarstellung, sollten Sie möglichst schriftlich festhalten: Notieren Sie Stichwörter zu Ihren Fähigkeiten, Stärken und Vorteilen für den Arbeitgeber. Auf der Basis dieser Stichwörter sollte man seine Selbstdarstellung laut vortragen. Überlegen Sie sich, welche Fragen (hier finden Sie einige) und Einwände ein Gesprächspartner haben könnte und wie Sie plausibel darauf antworten können.

Gesprächsstrategie

Wie so oft spielt vor allem das Wie, die Art der Gesprächsführung, die größte Rolle. Nur wenn es dem Bewerber gelingt, mit seiner Selbstdarstellung Interesse auf Unternehmensseite zu wecken, war er erfolgreich. Geht man davon aus, dass der Gesprächspartner zumeist wenig Zeit hat und Anrufe evtl. als lästig empfindet, ist klar, dass man seine wesentlichen Vorteile und Fähigkeiten in wenigen Sätzen rüberbringen muss. Am besten hält man sich an die AIDA-Formel:

A(ttention): Aufmerksamkeit erzeugen
I(nterest): Interesse wecken
D(esire): Wunsch zum Kennenlernen wecken
A(ction): Handlungsaufforderung

Warum man sich an diese Formel halten sollte? Weil sie normalerweise funktioniert und man erkennt, wo man steht: Hat man die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners auf sich gezogen, kann bzw. muss man durch eine Kurzvorstellung sein Interesse wecken. Dass man das geschafft hat, erkennt man daran, dass der Gesprächspartner Fragen stellt, um mehr über den Bewerber zu erfahren. Beantwortet man die Fragen überzeugend, entsteht der Wunsch, das Gegenüber kennenzulernen. Sein Ziel hat man erreicht, wenn der Personaler zum Vorstellungsgespräch einlädt oder zumindest zur Übersendung der Unterlagen auffordert.

Werden Sie aufgefordert, zunächst Ihre Bewerbungsunterlagen zu senden, sollten Sie das möglichst umgehend tun. Wenn Sie erst einige Tage warten, wird man sich wahrscheinlich nicht mehr an Sie erinnern. Beziehen Sie sich im Anschreiben auf das Telefonat. Außerdem sollten Sie die Informationen aus dem Gespräch geschickt für Ihre Darstellung nutzen.

Mit diesem Konzept und den Notizen zu Fragen und Antworten neben dem Telefon sollte man durch den Gesprächsablauf nicht so schnell überrollt werden und nichts Maßgebliches vergessen.

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