Bewerben via Jobmesse
Präsentation im persönlichen Kontakt
Neben Jobmesse spricht man auch von Firmenkontakt-, Karrieremesse oder Recruitingmesse. Sie unterscheiden sich grundlegend von branchenspezifischen Fachmessen. Denn dort trifft man in der Regel eher auf Promoter als auf Personalverantwortliche aus den Unternehmen. Allerdings kann der Besuch von Fachmessen insofern lohnen, als man an Ständen nach dem richtigen Ansprechpartner im Unternehmen fragen kann. Informationen zum Berufseinstieg oder Karrieremöglichkeiten im Unternehmen wird man jedoch eher selten bekommen. Allerdings gilt auch hier: Wissen ist Macht! Nutzen Sie das Produktwissen, das man Ihnen dort vermittelt hat, wenn es zur Bewerbung bzw. zum Vorstellungsgespräch kommt.
Bei Karrieremessen unterscheidet man zwischen Messen mit und solchen ohne Vorauswahl. Um die Teilnahme an einer Messe ersterer Art muss man sich also bewerben, erkundigen Sie sich daher rechtzeitig nach den jeweiligen Voraussetzungen. Veranstaltet werden Jobmessen von Zeitschriften oder Verbänden und von Universitäten. Die größte Jobmesse in Deutschland ist Hobsons Absolventenkongress. Er richtet sich an Studierende ab dem vierten Semester, (Fach-)Hochschulabsolventen sowie akademische Young Professionals mit höchstens fünf Jahren Berufserfahrung.
Was bringt Ihnen ein Messebesuch?
Jobmessen bzw. Recruitingveranstaltungen bieten neben einem direkten Kontakt zu Personalern häufig Bewerbungs- und Stilberatung, Bewerbungsmappen-Checks, Vorträge zu Bewerbungsthemen oder Unternehmenspräsentation, Brancheneinblicke und manchmal Workshops. Die Gelegenheit, sich in einem persönlichen Gespräch Tipps von Personalexperten bzw. Unternehmen zu Berufseinstieg und Karriereplanung geben zu lassen, sollte man sich nicht entgehen lassen. Als besonders günstige Gelegenheit können sich Abendveranstaltungen entpuppen, wo man die Möglichkeit zu Smalltalk und Networking hat.Recruitingveranstaltungen sollte man nur gezielt und gut vorbereitet besuchen: Hierzu gehört zunächst der Abgleich des Messeangebots mit den eigenen Vorstellungen und Zielen. Überlegen Sie sich, welche Ziele Sie mit dem Messebesuch verfolgen: Wollen Sie sich informieren oder suchen Sie eine Stelle? Denn mindestens im zweiten Fall sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie Arbeit und Zeit in die Vorbereitung des Messebesuchs und die Erstellung Ihrer Unterlagen stecken müssen. Dafür fallen auch Ausgaben an (was bei "normalen" Bewerbungen aber auch zutrifft): Zwar gibt es Messen, die keinen Eintritt kosten, das muss aber nicht immer der Fall sein. Zudem fallen Anfahrts- und möglicherweise Unterbringungskosten an – dafür haben Sie die Chance, gleich an mehreren Stellen "Ihr Angebot" zu positionieren.
Hochschulmessen bieten Studenten und Absolventen die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich über Jobs bzw. mögliche Berufsbilder zu informieren. Allerdings sollten auch Studienabbrecher oder Quereinsteiger solche Messen nicht "ausklammern", da sie allein der Kontakte wegen lohnen können. Schließlich bieten Messen die Gelegenheit, unverbindlich seine Visitenkarte oder Bewerbung (evtl. um Praktikum, Diplomarbeit oder als Werkstudent) zu hinterlassen, was bereits der erste Schritt in die Berufswelt sein kann.
Unabhängig davon können Jobmessen bei der beruflichen Umorientierung hilfreich sein. Denn dort kann man mit Ausstellern beispielsweise besprechen, ob ein Quereinstieg möglich ist. Außerdem bekommt man möglicherweise Ideen und Anregungen durch den Austausch mit Kommilitonen unterschiedlicher Fakultäten. Weil Unternehmen letztlich nicht ohne Angestellte und neue Ideen auskommen, schätzen viele Aussteller Besucher vielfältiger Fakultäten, denen sie in der Regel gern Praktika oder gar feste Arbeitsplätze anbieten – von Informationen aus dem Arbeitsgebiet gar nicht zu reden.
Vorbereitung auf Karrieremessen
Zwar hat man es nicht mit einem "normalen Vorstellungsgespräch" zu tun, doch der Messebesuch sollte genauso gut vorbereitet werden. Denn nur dann kann man die richtigen Fragen stellen. Aber: Wem?Tipps zu gekonntem Zeitmanagement im Zusammenhang mit Jobmessen finden Sie hier.
Welche Gespräche lohnen sich?
Nur der richtige Ansprechpartner kann Ihre speziellen Fragen beantworten. Deshalb: Suchen Sie ihn! Wie? Das hängt zunächst von der eigenen Qualifizierung ab: Der Personaler ist für Berufseinsteiger der richtige Ansprechpartner, der Experte für Young Professionals und fachlich Orientierte.Nun geht es daran, das Programmheft und die Ausstellerliste zu prüfen, welche Messeteilnehmer für Sie interessant sind. Über die interessanten Unternehmen holt man Informationen ein und erstellt einen Fragenkatalog für Gespräche vor Ort sowie ein Ranking der Unternehmen, die man besuchen will. Sind Sie das erste Mal auf einer Jobmesse, können Sie zur Übung zunächst zum letzten Unternehmen auf Ihrer Liste gehen und "risikolos" erste Erfahrungen machen. Fragen, die sich für einen Fragenkatalog anbieten, sind solche zu Firmenphilosophie, Recruiting-Maßnahmen oder nach offenen Stellen.
Falls sich ein besonders interessanter Kontakt ergibt, ist es hilfreich, statt einer simplen Visitenkarte (auch die sollten Sie haben - und mittlerweile tummeln sich im Internet zahlreiche Anbieter kostenloser oder günstiger Visitenkarten) Ihre Bewerbungsmappe bei den Unternehmen Ihrer Wahl zu "deponieren". So kann man sich von "Mitbewerbern" abheben, die allenfalls eine Visitenkarte zu bieten haben. Dass man sich auf der anderen Seite zur späteren Kontaktaufnahme von jedem Unternehmen bzw. seinem Vertreter, mit dem man gesprochen hat, eine Visitenkarte geben lässt, sollte klar sein.
Was nimmt man zur Messe mit?
Machen Sie sich nichts vor: Eine Jobmesse kann ziemlich mühsam sein. Man ist angespannt, manches Gespräch kann anstrengend sein – da sollte man nicht auch noch wie ein Lastesel rumlaufen und sich mit unnötigem Kram belasten. Darum sollte man sich genau überlegen, was man mitnimmt, denn nicht eingepackte Sachen bedeuten im ungünstigsten Fall, dass man auf manche Situation nicht vorbereitet ist.Am besten nimmt man zwei Taschen mit: eine für die Unterlagen und eine für den "Rest" (Ersatzbluse und -strumpfhose, Toilettenartikel, Schirm, Anfahrtsskizze, Übernachtungsinformationen etc.). Letztere kann man normalerweise an der Garderobe abgeben, so dass man die gesamte "Ausrüstung" nicht den lieben langen Tag mit sich herumträgt. Mitnehmen sollte man den Ausstellungsplan, evtl. Broschüren/Informationen zu Unternehmen, den persönlichen Zeitplaner, Fragenkatalog, die Bewerbungsmappe (4-6 Exemplare bzw. zumindest der Lebenslauf), Visitenkarten, Notizblock, Schreibzeug, Pfefferminzbonbons o. Ä., evtl. auch Abschlussarbeit oder Veröffentlichungen.
Ihre Messemappe
Man sollte für jedes Unternehmen eine möglichst individuell zugeschnittene Bewerbungsmappe parat halten. Vermeiden Sie auch hier Null-Acht-Fünfzehn-Mappen bzw. Massenbewerbungen und beherzigen Sie die üblichen Tipps zu Bewerbungsmappe und Formalismen. Aufklappbare Mappen sind für Messebewerbungen wenig sinnvoll – rufen Sie sich die Situation vor Augen: oft stehen an Messeständen gerade mal Bistrotische zur Verfügung. Ohnehin passen Messebewerbungen üblicherweise in einen Klemmhefter mit ansprechendem und angemessenem Design.Denn eine Messe-Bewerbungsmappe beinhaltet im Gegensatz zur klassischen Bewerbungsmappe nur die wichtigsten Zeugnisse oder keine Anlagen. Somit ist das zentrale und oft einzige Element der Messemappe der Lebenslauf, der mit einem professionellen Foto versehen sein sollte. Er sollte aktuell, fehlerfrei und sorgfältig erstellt sein. Einige Exemplare auf Vorrat schaden nicht, falls sich spontan eine Gelegenheit ergibt. Daneben enthält eine Messemappe ein unternehmensspezifisches Anschreiben (nur im Notfall sollte man ein allgemeines Anschreiben beilegen), das darlegt, was Ihr Anliegen ist. Findet man keine Zeit für spezifische Anschreiben, sollte man stattdessen ein Motivationsschreiben (sozusagen eine Dritte Seite) hinzufügen, um zu verdeutlichen, was man will. Ihre Mappe sollte Ihre Qualifikation, Motivation und Kompetenzen zur Geltung bringen. Messe-Bewerbungsmappen steckt man nicht in Briefumschläge oder Versandtaschen.
