Qualifizieren oder umschulen?
Lebenslangen Lernen
Förderungsmaßnahmen
Das Schlagwort vom "lebenslangen Lernen" wird für immer mehr Arbeitnehmer Realität. Dabei geht es häufig nicht mehr darum, Qualifikationen zu vertiefen oder Spezialwissen zu erlangen, sondern gänzlich umzulernen. Der Bundesfinanzhof hat sich endlich dazu durchgerungen, das anzuerkennen.
Waren bis vor einem Jahr nur die Kosten für eine Fortbildung im ausgeübten Beruf voll von der Steuer abzugsfähig, so gilt das jetzt auch für eine Umschulung. Vorausgesetzt, sie wurde aus eigener Tasche bezahlt. Eine Fortbildung kann auch vom Arbeitgeber bezahlt werden, was mitunter in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen festgeschrieben ist. Anderenfalls bedarf es eines Gesprächs mit dem Chef oder der Personalabteilung. Je höher der Nutzen der Weiterbildung für das Unternehmen ist, desto eher wird ein finanzieller Zuschuß herausspringen.
Bei Arbeitslosigkeit oder auch nur drohender Arbeitslosigkeit hilft die Arbeitsagentur dem Weiterbildungsinteressenten. Ehe man sich für einen Kurs einschreibt, hat man seinen Berater zu konsultieren. Es lohnt, sich auf diese Besprechung gut vorzubereiten. Der Sachbearbeiter in der Agentur muß davon überzeugt werden, daß eine Schulung die Aussicht auf einen Job verbessere, denn es liegt in seinem Ermessen, ob er einen Gutschein ausstellt, mit dem der gewünschte Kursanbieter bezahlt werden kann, oder ob er ihn verweigert. Ein gesetzliche Anspruch auf Finanzierung der Weiterbildung durch die Arbeitsagentur existiert nicht.
Die Bandbreite der förderfähigen Bildungsmaßnahmen ist groß. So kann die Arbeitsagentur eine aufwendige Qualifizierung mit einem zertifizierten Abschluß genehmigen oder auch nur einen Kompaktkurs von wenigen Tagen. Etwa eine Auffrischung von Sprachkenntnissen, um für einen Auslandseinsatz gerüstet zu sein. Die richtige Bildungsmaßnahme zu finden, bleibt schwierig. Das gilt sowohl für die Fortbildung als auch für die Umschulung.
Allein 20.000 Anbieter präsentieren sich mit rund einer halben Million Kurse, Seminare und Workshops in der Weiterbildungsdatenbank "Kurs" der Bundesagentur für Arbeit. Gut 50 weitere Datenbanken sind online. Auch Einrichtungen in EU-Mitgliedsstaaten kommen für berufliche Kurse infrage. Tipps gibt das Bundesbildungsministerium auf seinem Infoweb Weiterbildung.
