bewerben.com
sitemap
HOME -> Aktuelles -> Archiv -> Billiglöhne

Billigjobs sind bei Arbeitslosen gefragt

Nachfrage nach Ein-Euro-Jobs

Reges Interesse an Billigjobs bei Arbeitslosen

Von einer regen Nachfrage nach so genannten Ein-Euro-Jobs berichteten Gerhard Schuth, Direktor der Agentur für Arbeit in Pforzheim, und sein Kollege Walter Reiber, operativer Geschäftsführer dieser Einrichtung, bei der Jahreshauptversammlung der Kreishandwerker Pforzheim/Enzkreis in Bauschlott.

"Die angestrebten 240 Beschäftigungsmöglichkeiten in Pforzheim erreichen wir gut", zeigte sich Reiber überzeugt und setzte noch einen drauf: "Wir sind überrascht über die rege Nachfrage. Die Arbeitslosenhilfe-Empfänger wollen arbeiten."

Die Definition "Ein-Euro-Jobs" verwende er nur ungern. Die Situation sei nämlich so, dass beispielsweise ein Arbeitsloser, der 1000 Euro erhalte, um die 250 Euro monatlich hinzu verdienen könne. In der Regel müsse dies gemeinnützige Arbeit sein, weil normalerweise gewerbliche Arbeitgeber ausgeschlossen seien, erklärte Reiber. Über die Jugendarbeitslosigkeit informierte Direktor Schuth: "Wenn ein Jugendlicher eine Arbeit ablehnt, bekommt er kein Geld. Wenn ein Erwachsener eine Arbeit verweigert, werden die Bezüge gekürzt. Da ist das Gesetz rigoros." Bis zum Alter von 25 Jahren gelte man als Jugendlicher. Wie Reiber seinen Chef ergänzte, werde die Betreuungsdichte der Pforzheimer Agentur für Arbeit erhöht. Während seither ein Betreuer für 500 Personen zuständig sei, solle sich künftig ein Betreuer um rund 75 Arbeitssuchende kümmern: "Das kostet viel Geld."

Wie die beiden Führungskräfte der Pforzheimer Agentur ausführten, seien mit der Ich-AG "gute Erfahrungen" gemacht worden. "Wir haben rund 800 geförderte Fälle, von der Gastronomie bis hin zu Dienstleistungen im kleineren handwerklichen Bereich", sagte Reiber. Die Erfolgsquote belaufe sich auf zirka 80 Prozent und Konkurse seien nicht zu registrieren. Während es unter den Kreishandwerkern, darunter von Stuckateuren und Goldschmieden, Kritik an den Ich-AG als billige Konkurrenz gab, verteidigte Kreishandwerksmeister Jürgen Pfirmann dieses und auch andere Gesetze: "Bitte sehen Sie unter Hartz IV positive Möglichkeiten, um unser Sozialwesen in Ordnung zu bringen. Das Schlechteste was wir machen könnten, wäre rumzujammern und nur Negatives zu suchen."
12.11.2004

Au-Pair | Geschenke | Zivildienst, ADiA-Stellenbörse | Jobs, Praktika, Freiwilligendienste